Gemeinschaft * Brauchtum * Chalandamarz de
Chalandamarz, ein uralter Brauch
Dieser Brauch ist Ihnen, verehrte Gäste, sicher ein Begriff. In vielen Engadiner Dörfern wird am 1. März der Winter mit Gesang und Schellen (vgl. Schellen-Ursli) vertrieben.
In Ftan jedoch sind Datum und Art des Brauchs verschieden. Der Ftaner Chalandamarz ist heidnischen Ursprungs und gleicht einem Fastnachtsumzug. Da nicht nur die Kinder, sondern auch die Jugendlichen daran teilnehmen, findet der Brauch jeweils an einem Samstag statt.
Die Knaben (am Vormittag) und die männlichen Jugendlichen (am Nachmittag) ziehen maskiert durchs Dorf und schlagen mit dürren, aufgeblasenen Schweinsblasen auf die Mädchen und Erwachsenen ein. Ursprünglich soll das ein Fruchtbarkeitsritual gewesen sein.
Der Brauch wird von den Einheimischen mit Engagement betrieben und er verlangt von Ihnen, liebe Gäste, ein wenig Toleranz. Falls Sie kein Verständnis für heidnische Rituale und Fastnachtsgewohnheiten (wie Konfettiregen oder Gesichtsbemalung) aufbringen, sollten Sie am Samstag dem Umzug aus dem Wege gehen. Benützen Sie in diesem Fall Umwege und meiden Sie den Kontakt mit Maskierten, auch sollten Sie Ihr Auto abschliessen.
Wenn Sie jedoch Freude an diesem wilden Treiben finden, dann machen Sie mit und alle echten Ftaner freuen sich mit Ihnen.
Übrigens: falls Ihr Herz für den traditionellen Chalandamarz schlägt, können Sie ihn auch in Ftan miterleben. Schon am Freitagvormittag findet der Umzug der Vorschulkinder statt.




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